Die IPPC veröffentlicht einen neuen Leitfaden zu Verpackungsmaterial aus Holz
Rom, 3. Mai 2023. Das Internationale Pflanzenschutzübereinkommen (IPPC) hat den neuenLeitfaden zur Regulierung von Verpackungsmaterial aus Holzveröffentlicht, der den Ländern dabei helfen soll, die Einschleppung und Ausbreitung von Pflanzenschädlingen im Rahmen des internationalen Warenverkehrs besser zu kontrollieren.
Rund 80 Prozent aller im weltweiten Handel beförderten Sendungen enthalten irgendeine Art von Holzverpackungsmaterial (WPM), wie beispielsweise tarimas, Kisten, Fässer, Stauholz und andere Holzelemente, die zur Sicherung, zum Schutz oder zur Erleichterung des Transports von Fracht oder Waren dienen.
Holzverpackungen stellen einen potenziellen Übertragungsweg für die Einschleppung und Ausbreitung von Schädlingen dar, insbesondere von Arten, die negative Auswirkungen auf lebende Bäume und Waldökosysteme haben könnten. Das Problem wird dadurch weiter verkompliziert, dass Holzverpackungsmaterial in vielen Branchen verwendet wird und mit jeder importierten Sendung in Verbindung stehen kann, einschließlich solcher, die Waren enthalten, die normalerweise keinen pflanzengesundheitlichen Maßnahmen unterliegen würden.
Das IPPC und Pflanzengesundheitsexperten haben den Internationalen Standard für Pflanzenschutzmaßnahmen (ISPM) Nr. 15 bzw. die Vorschriften für Holzverpackungsmaterial im internationalen Handel entwickelt, um den Ländern einen harmonisierten Ansatz zu bieten, mit dem sie dem Schädlingsrisiko begegnen können, das durch den internationalen Verkehr mit Holzverpackungsmaterial entsteht.
ISPM 15 beschreibt pflanzenschutzrechtliche Maßnahmen zum Schutz der Wälder vor der Einschleppung von Quarantäneschädlingen, erleichtert aber auch den Handel, indem es die Notwendigkeit von Pflanzengesundheitszeugnissen durch ein weltweit anerkanntes Zeichen ersetzt. Dieses ISPM-15-Zeichen darf nur auf Holzverpackungsmaterial (WPM) angebracht werden, das gemäß dem Standard behandelt wurde. Es wird davon ausgegangen, dass die Umsetzung von ISPM 15 die Einschleppung und Ausbreitung von Schädlingen und damit deren negative Auswirkungen sowohl auf Kultur- als auch auf Naturwälder erheblich verringert.
Der neu veröffentlichte IPPC-Leitfaden bietet umfassende Informationen, um das Verständnis und die Umsetzung von ISPM 15 zu verbessern. Er enthält praktische Anleitungen, die den nationalen Pflanzenschutzorganisationen bei der Anwendung der derzeit in ISPM 15 genehmigten pflanzenschutzrechtlichen Maßnahmen helfen sollen, und beschreibt die erforderlichen Verfahren zur Herstellung von konformem Holzverpackungsmaterial. Der IPPC-Leitfaden soll Anbietern von ISPM-15-Behandlungen, Herstellern, Reparaturbetrieben und Wiederaufbereitern von Holzverpackungsmaterial sowie anderen Interessengruppen relevante Informationen liefern, um ihnen dabei zu helfen, die Einhaltung der ISPM 15 zu verbessern und das Auftreten von Quarantäneschädlingen zu verringern. Der Leitfaden bietet eine Fülle von Informationen zu zugelassenen Behandlungsoptionen für Holzverpackungsmaterial, zur Anbringung des ISPM 15-Zeichens, zur Herstellung, Reparatur und Wiederverwendung von Holzverpackungsmaterial, zu Einfuhrkontrollverfahren sowie zu pflanzengesundheitlichen Maßnahmen bei Nichteinhaltung der ISPM 15.
Anhand mehrerer Fallstudien verdeutlicht der IPPC-Leitfaden zudem die vielfältigen Ansätze, mit denen die Länder einige der Herausforderungen im Zusammenhang mit der Umsetzung der ISPM 15 angegangen sind. Dazu gehören die Sensibilisierung der Öffentlichkeit und der Industrie, die Registrierung von Anbietern von ISPM-15-Behandlungen, die Verbesserung der Einhaltung der Vorschriften, die Verwendung generischer Wärmebehandlungspläne sowie der Umgang mit Schiffsverpackungsmaterial.
Faith Ndunge, Vertreterin des IPPC-Durchführungsausschusses für Afrika, äußerte sich anlässlich der Veröffentlichung des Leitfadens wie folgt: „Diese neu erschienene Publikation ist eine wertvolle Ergänzung der Sammlung von IPPC-Leitfäden und Schulungsmaterialien. Sie enthält praktische Informationen und empfiehlt bewährte Verfahren, um nationale Pflanzenschutzorganisationen bei der wirksamen Umsetzung der ISPM 15 zu unterstützen. Auf diese Weise trägt sie dazu bei, das Risiko der Ausbreitung von Waldschädlingen zu mindern und den Handel mit Waren zu erleichtern, die mit Holzverpackungsmaterial transportiert werden.“
„Im Namen des Umsetzungsausschusses möchte ich den Mitgliedern der Arbeitsgruppe und den Gutachtern danken, die zur Erstellung dieses mit Spannung erwarteten IPPC-Leitfadens beigetragen haben“, fügte sie hinzu.
Der IPPC-Leitfaden zurRegulierung von Holzverpackungsmaterialkann über diesenLink heruntergeladen werden.
Weitere Informationen:
ISPM 15 – Häufig gestellte Fragen
Artikel veröffentlicht vom Internationalen Pflanzenschutzübereinkommen am 3. Mai 2023.

